Dysplasiesprechstunde

Dysplasiesprechstunde

Wir bieten in unserer Frauenklinik eine Spezial- und Abklärungssprechstunde für Frauen mit Veränderungen an Gebärmutterhals, Scheide und Schamlippen an. Darüber hinaus können im Rahmen dieser Sprechstunde chronische Infektionen und Hautveränderungen im Genitalbereich abgeklärt werden. 

Sie können nach Überweisung durch Ihren Gynäkologen - beispielsweise nach auffälligen Abstrichen bei den Krebsvorsorgeuntersuchungen - einen ambulanten Untersuchungstermin in der Ambulanz der Frauenklinik vereinbaren.

Was ist Dysplasie?

Dysplasien sind Veränderungen der Zellen, die aktuell noch nicht bösartig sind, sich aber zu bösartigen Zellen weiterentwickeln können. Dysplasie ist somit eine Krebsvorstufe.

Man unterscheidet drei verschiedene Schweregrade der Dysplasien, welche durch eine Gewebeprobe durch den Pathologen eingeteilt werden.

Leichte Dysplasien bilden sich meist zurück, mittelgradige Dysplasien bilden sich weniger häufig zurück, hochgradige Vorstufen werden in der Regel entfernt.

Je nach Lokalisation unterscheidet man:

  1. CIN (Gebärmutterhals): cervikale intraepitheliale Neubildungen
  2. VIN (Schamlippen): vulväre intraepitheliale Neubildungen
  3. VaIN (Scheide): vaginale intraepitheliale Neubildungen

Der PAP-Abstrich

Der Name geht auf Dr. Papanicolaou zurück, einen griechischen Pathologen, der Ende der 1920er-Jahre erste Zelluntersuchungen nach Abstrichen durchführte.

Die Zellen werden mittels Watteträger oder Bürstchen gewonnen, auf einem Objektträger ausgestrichen und durch einen spezialisierten Pathologen nach Färbung beurteilt.

Hierbei bedeuten:

PAP I: Normalbefund,
PAP II: Entzündliche / Degenerative Veränderungen (noch normal)
PAP III: Stark entzündliche und / oder dysplastische Veränderungen, unklarer Befund, Neoplasie (Krebsvorstufe) nicht auszuschließen 
PAP IIID1/2: Leichte bis mittelgradige Zellveränderungen
PAP IVA: Schwere Zellveränderungen
PAP V: Verdacht auf invasives Karzinom (Krebs)


Was ist eine Kolposkopie?

Da manche Zellveränderungen für das bloße Auge unsichtbar sind, untersuchen Ärzte Schleimhäute mit einem Spezialmikroskop, dem Kolposkop. Bei der sogenannten Kolposkopie nutzen sie Essigsäure und Jod. Diese Lösungen machen kranke Areale sichtbar. Ärzte können Abstriche abnehmen, den HPV-Status prüfen und Gewebeproben entnehmen. 

Was passiert bei der Kolposkopie?

Das Kolposkop vergrößert die Schleimhaut. Der Arzt betupft die Areale mit verdünnter Essigsäure und Jod. Kranke Zellen verfärben sich dadurch. So grenzt der Arzt veränderte Schleimhaut sofort von gesunder ab. 

Welche Tests und Abstriche erfolgen?

Der Arzt gewinnt bei Bedarf Zellabstriche, sogenannte Pap-Tests. Er prüft auch den Status der Humanen Papillomviren (HPV). Zusätzliche Abstriche suchen nach Bakterien oder Pilzen.

Wie wird Gewebe entnommen?

Entdeckt der Arzt verdächtige Bereiche, entnimmt er kleine Gewebeproben (Biopsien). Dies geschieht unter örtlicher Betäubung und ist schmerzarm. Die Gewebeprobe wird im Labor genau untersucht.


Behandlung von Dysplasien

Wie werden Zellveränderungen im Genitalbereich behandelt?

Die Behandlung richtet sich genau nach dem Schweregrad der Zellveränderungen. Sie reicht von der einfachen Beobachtung bis hin zur vollständigen Entfernung der Gebärmutter (Hysterektomie).

Oberflächliche oder gutartige Veränderungen an den Schamlippen (wie Feigwarzen) lassen sich meist schonend mit dem Laser entfernen. Für großflächigere Veränderungen können operative Eingriffe mit dem Skalpell oder elektrischen Messern notwendig sein. Dabei kann auch eine Neuformierung (plastische Rekonstruktion) des Gewebes erfolgen.

Der Einsatz von Laser und Gewebeentnahme (Konisation)

Laser spielen bei der Behandlung eine wichtige Rolle. Mit ihnen lassen sich oberflächliche Hautveränderungen präzise zerstören. Zudem kommen sie bei der sogenannten Konisation zum Einsatz.

  • Was ist eine Konisation? Bei diesem kleinen, meist ambulanten Eingriff schneidet die Ärztin oder der Arzt einen kleinen, kegelförmigen Gewebestück aus dem Gebärmutterhals.

  • Warum wird das gemacht? Das entfernte Gewebe wird im Labor von Pathologen genau untersucht. Erst danach liegt eine abschließende Diagnose vor.

Das Vorgehen: Gemeinsam entscheiden

Welche Therapie am besten ist, entscheidet das Ärzteteam nicht allein. Wichtige Faktoren für die Wahl der Methode sind:

  • Der Schweregrad der Veränderung

  • Die Größe und Ausdehnung der betroffenen Fläche

  • Persönliche Lebensumstände und die Familienplanung

Die Behandlung wird in einem ausführlichen Beratungsgespräch genau mit der Patientin besprochen. Auf Wunsch kann dabei auch eine Vertrauensperson anwesend sein.


Ihr Dysplasie-Team

Melinda Kesöi, Oberärztin und Fachärztin für Gynäkologie und Geburtshilfe am Klinikum Heidenheim
Dr. Teresa Rieg
Oberärztin und Fachärztin für Gynäkologie und Geburtshilfe
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Elsa Chanja, Oberärztin und Fachärztin für Gynäkologie und Geburtshilfe am Klinikum Heidenheim
Elsa Chanja
Oberärztin und Fachärztin für Gynäkologie und Geburtshilfe
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